Laut “Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme” (ICD-10, WHO-Version 2011) fällt Burnout unter den Oberbegriff “Ausgebranntsein” und bedeutet den “Zustand totaler Erschöpfung” (Kode Z73.0). Quelle: http://www.dimdi.de/static/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlamtl2011/block-z70-z76.htm
Dies ist offenbar eine sehr allgemeine Definition und sie scheint mir durchaus gerechtfertigt. Manche definieren Burnout viel enger, z.B. auf die Arbeitswelt bezogen, dies ist aber meines Erachtens der Sache nicht angemessen. Der Begriff “Burnout” erlebt zurzeit eine ähnliche Karriere wie der Begriff “Stress” vor einigen Jahrzehnten. Alle Schichten der Gesellschaft und die verschiedensten Berufsgruppen fühlen sich von diesem Phänomen betroffen. Noch ist sich die Wissenschaft nicht einig, was Burnout eigentlich ist, aber der Leidensdruck ist da.
Vielleicht liegt es an der zunehmenden Unübersichtlichkeit der modernen Gesellschaft, an der Vielfalt der Aufgaben, an dem zunehmenden Druck in der Arbeitswelt oder auch an den weniger stabilen sozialen Beziehungen. Viele treten jetzt auf und verkünden vorschnell Lösungen für das Problem Burnout. Dabei geht es meist um eine individuelle Herangehensweise. Wichtig ist aber auch, das soziale Umfeld des “Burnout-Opfers” zu erfassen. Brüchige Partnerschaften, wenige Freunde, wenig Halt im Privaten ist ein Faktor der Burnout befördert. Notwendig ist eine ganzheitliche Herangehensweise und nicht nur die Suche nach Ursachen im Individuum selbst.